Umsatzsteuer: Anpassung der Verwaltungsauffassung zur Organschaft

Die umsatzsteuerliche Organschaft in Deutschland ist eine Herausforderung, welche zuneh­mend an Komplexität gewinnt.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) und der Bundesfinanzhof (BFH) haben hierzu jüngst in diversen Grund­satzurteilen zu den Voraussetzungen der umsatzsteuerlichen Organschaft Stellung bezogen. Diese Ent­schei­dungen erfordern eine völlig neue umsatzsteuerrechtliche Beurteilung von Unternehmensgruppen. Spannend war, inwieweit nun die Verwaltungsauffassung angepasst würde.

Mit Datum vom 26. Mai 2017 hat das Bundesfinanzministerium die vieldiskutierte, angepasste Verwaltungs­auffassung zur umsatzsteuerlichen Organschaft veröffentlicht.

Einige Änderungen sind unmittelbar anwendbar – andere, restriktive Neuerungen, sind erst nach einer Nicht­be­anstand­ungsfrist umzusetzen.

Eine umsatzsteuerrechtliche Organschaft nicht zu erkennen oder sie unzulässig „zu leben“, stellt für Ihre Un­ternehmensgruppe ein erhebliches steuerliches Risiko dar, weil sie u. a. Einfluss auf die Steuer­schuld­ner­schaft, die Vorsteuerabzugsberechtigung, die steu­erliche Haftung und nicht zuletzt auf die Steuerer­klärungs­pflichten im Konzern hat. Darüber hinaus können bestehende Gruppenstrukturen die Neuregelung (auch in lauf­enden Be­triebs­prüfungen) nutzen, um eine bisher nach Verwaltungsauffassung nicht mögliche Organ­schaft nunmehr zu argumentieren oder eine nicht gewünschte Organschaft jetzt rechts­sicher zu vermeiden.

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• am 10.07.2017, von 14:00 bis 15:30 Uhr


Quelle:

Bundesfinanzministerium

Verfasst von:

Dr. Carsten Höink, Rechtsanwalt / Steuerberater, Dipl. Finanzwirt (FH), geschäftsführender Gesellschafter der AWB Steuerberatungsgesellschaft mbH, Münster, München und Hamburg.