Ständige Neuerungen im Bereich der Umsatzsteuer. Anpassungen des Umsatzsteuergesetzes & Neuerungen zum Jahreswechsel

Folgende Änderungen erfordern Ihre Aufmerksamkeit:

Gutschrift/Dienstwagen/Rechnungsangaben und Dienstleistungsorte

Mit dem Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz wurden u.a. die Rechnungsanforderungen erheblich geändert. Ein Vorsteuerabzug aus einer Gutschrift ist nur möglich, wenn das Wort „Gutschrift“, zumindest in einer Amtssprache der EU, aufgedruckt ist. Darf die kaufmännische Gutschrift dann noch als solche bezeichnet werden? Oder birgt dies die Gefahr einer Steuer nach § 14c UStG? Obwohl die Neuerung bereits seit dem 30.06.2013 gilt, wird ein klarstellendes BMF-Schreiben erst für Anfang November erwartet. Mit BMF-Schreiben vom 19.09.2013 hat die Verwaltung allerdings bereits wichtige Hinweise zur Anwendung des länderspezifischen Rechts bei der Rechnungserstellung und den Ortsbestimmungen gegeben. Die Umsetzung der neuen Dienstleistungsorte bei Dienstwagen bzw. der langfristigen Vermietung und vieles mehr sollte kurzfristig geschehen. 

Vertrauensschutz bei innergemeinschaftlichen Lieferungen/Gelangensbestätigung

Weitere Neuerungen sind im Bereich des grenzüberschreitenden Warenverkehrs erheblich. Der Bundesfinanzhof konkretisierte die Anforderungen an die „Sorgfalt des ordentlichen Kaufmanns“ bei den umsatzsteuerlichen Nachweispflichten für den Vertrauensschutz. Die FG entscheiden zu den Ausfuhrnachweisen und die neuen Nachweispflichten sind bereits in Kraft. Die neue Gelangensbestätigung und Alternativen sind Gesetz seit dem 01.10.2013 und die Verwaltung gewährt nur noch wenige Wochen Übergangsfrist für die Einführung in den Unternehmen.

Richtig handeln im Reihengeschäft

Kniffelig bleibt die praxisgerechte Umsetzung der zutreffenden Zuordnung der Warenbewegung im Reihengeschäft. Nach dem EuGH hat nun auch der XI. Senat des Bundesfinanzhofs in der Rechtssache „VStR“ entschieden und die Entscheidung des V. Senats dabei für überholt erklärt. Eine Äußerung der Finanzverwaltung wird erwartet - steht aber derzeit noch aus.

Steuerschuldverlagerung/umsatzsteuerliche Organschaft

Neue Reverse Charge Regelungen und der Schnellreaktionsmechanismus im Bereich der Umsatzsteuer sind ebenso von Bedeutung, wie die aktuelle Lage bei der umsatzsteuerlichen Organschaft. Hier gilt es den Handlungsbedarf zu eruieren.

Umsetzung dringender EU-Vorgaben/EU- Konsultationen/Änderungen nach der Wahl

Nach der Bundestagswahl  wird es nun wieder spannend. Welche Koalition wird gebildet und welche umsatzsteuerlichen Beschlüsse liegen auf dem Tisch? Werden nun die anstehenden EU-rechtlich zwingenden Änderungen im Bereich der Umsatzsteuer kommen?

Aktuelles aus der Rechtsprechung vom EuGH und BFH

Neues zum Leasingminderwertausgleich, zum Tausch bzw. tauschähnlichen Umsatz und zum Vorsteuerabzug sind nur einige Themen der neueren Rechtsprechung, welche die Unternehmen berücksichtigen müssen.

Folglich sind viele Änderungen und Entwicklungen zu beachten und die Zeit bis zum Jahresende sollte genutzt werden die Herausforderungen umzusetzen, damit die Umsatzsteuer nicht zum wirtschaftlichen Risikofaktor wird.

Verfasst von: Dr. Carsten Höink, Dipl.-Finanzwirt, Rechtsanwalt, Steuerberater, Geschäftsführer der AWB Steuerberatungsgesellschaft mbH, Münster und der AWB Wolffgang & Harksen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Münster/München

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